Niels Kadritzke, dessen Griechenland-Blog wir permanent verlinkt haben, hat eine brilliante Rezension des neuen Buches von Yanis Varoufakis geschrieben – ein Text, der eigentlich ein eigenständiger Beitrag zur Analyse der Entwicklung in Griechenland darstellt. Der gesamte Text hier. Das Buch heißt in der deutschen Ausgabe „Die ganze Geschichte. Meine Auseinandersetzung mit Europas Establishment.“

Nils Kadritzke schreibt u.a.: Yanis Varoufakis, der Finanzminister der ersten Regierung Tsipras, hat nur zwei Jahre nach Ausscheiden aus seinem politischen Amt ein Buch über seine Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit EU-Europa, der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geschrieben. … Doch ist es keineswegs überzogen, den Bericht von Varoufakis als das wichtigste und brisanteste politische Buch des Jahres zu bezeichnen. Diese Publikation hätte einen europäischen Pulitzer-Preis verdient, wenn sie das Werk eines Journalisten, also das Resultat vielschichtiger Recherchen wäre. …
Wenn man diesen umfänglichen, aber fast nie langweiligen Frontbericht bis zur letzten Seite geschafft hat, wird man dem Autor zustimmen. Wobei man am Ende – dies zur Warnung – tatsächlich geschafft ist, denn man hat über die Machtstrukturen und Wirkungsweisen eines zunehmend „deutschen Europa“ mehr erfahren, als man sich vorstellen oder vielleicht sogar wünschen konnte. Und man hat in einen Abgrund von Zynismus, Lügen und Erpressungen gestarrt, den selbst misstrauische Linke nicht für möglich gehalten hätten.“

Nils Kadritzke zeigt in seinem Text aber auch die Widersprüche und Defizite des ehemaligen Finanzministers auf. Das Buch klärt eben nicht alles auf.

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